zeugnisse des erzbergbausDer Soonwald bot bis ins 20. Jahrhundert die geologischen Voraussetzungen für einen durchaus umfangreichen Erzabbau.
Die Verhüttung erfolgte auf der Rheinböller-, Gräfenbacher- und Strombergerhütte. In einer Beschreibung des kurpfälzischen Amtsrates Johann Goswin Widder aus dem 18. Jahrhundert heißt es: ,, Im Sanewald [Soonwald] findet sich ergiebiges Eisenerz in Überfluß, allein der täglich zunehmenden Holzmangel gestattet nicht, mehrere Schmelzwerke anzulegen." Im 19. Jahrhundert baute die Firma Puricelli (Besitzer der Rheinböllerhütte) in Tiefenbach Erz ab. Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 und mit der Inbetriebnahme der Nebenbahn Simmern-Gemünden wurde bis 1928 Erz abgebaut. Im Zuge der NS-Autarkiepolitik wurde die Grube in den 1930er Jahren vorübergehend wieder in Betrieb genommen. Von der Grube führte eine Transportseilbahn zum Tiefenbacher Bahnhof.

Else Dobrzynski erinnert sich an die Arbeit:

,,Er arbeitete auf der Eisenerzgrube hier in Tiefenbach. Die Grube nannte sich Eisenerzgrube der Märkerei Tiefenbach. Auf dieser Grube verlor Vater 1927 beim Schienentransportieren sein rechtes Auge. Dafür bekam er 23,10 Reichsmark Rente im Monat. Nachherarbeitet er weiter dort auf der Grube, da sonst keine Arbeit vorhanden war. Das Erz wurde mit einer Seilbahn, die quer über die Heiderwiesen ging, vom Wald bis an den Bahnhof mit hängenden Rollwagen gebracht. Nach Jahren wurde es mit einem kleinen Maschinchen auf Gleisen längst dem Kühgasserweg zum Bahnhof gebracht. Jeden Mittag nach der Schule musste ich Vater schnell das Essen mit dem Henkelmann, so nannte man das Essgeschirr, auf die Grube bringen. Mutter hatte alles fein eingepackt, zuerst kam eine Zeitung drum und dann ein wollenes Tuch. So blieb alles schön warm."